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Adlige Linien

Die ersten Vorkommen des Namens Ostertag gehen auf adlige Familien zurück, die den Namen Ostertag zunächst als Beinamen führten und deren bürgerliche Nachfahren ihn vielleicht als Familienname übernahmen, was allerdings bisher nicht nachgewiesen werden konnte.

Einige adlige Ostertag-Familien sind schon im Siebmacherschen Wappenbuch von 1667 zusammengefaßt. Eine Tafel zeigt darin sechs Wappen, nämlich (in der Reihenfolge des Bildes):

1.: Uraltes Ostertag-Wappen 2.: Genant Ostertag v. Winstein 3.: von Ramstein
4.: Ostertag abgekommen in Burgerstand 5.: Ostertag renovirt zugenant v. Osterau 6.: des heil. röm. Reichsritter v. Osterau

Sechserdarstellung der Ostertagwappen im Siebmacher'schen Wappenbuch

Auf dem Bild steht dazu folgender Kopf-Text: Die gesamte auss dem Haus Ostertag, welches wie es anfangs in Win- und Ramstein zertheilet, so hernach schir gar versunken war, widererstandene Famili v. Osterau

Die Reihenfolge der Wappen in diesem Dokument gibt auch die Reihenfolge wieder, in der die Wappen verliehen wurden. Das ursprünglichste der Wappen ist demnach das „Uralte Ostertag-Wappen“. Über die Träger dieses Wappens ist nichts bekannt, die Wappenverleihung könnte sich nach einem Ereignis, wie es in den Legenden zum Familiennamen geschildert ist, zugetragen haben.

Dem Kopftext zufolge wurde dann das Haus Ostertag in Win- und Ramstein zerteilt. Die Wappen derer von Winstein und von Ramstein ähneln sich, es könnten durchaus Bruderlinien sein, die vom gleichen Stammvater ausgehen. Über diese beiden Familien ist mehr bekannt.
Die Burg Alt-Winstein, Sitz der adligen Familie von Winstein, wurde um 1200 erbaut. Der erste bekannte Träger des Namens ist ein Heinrich von Winstein. Die Burg bewohnten und besaßen teilweise auch Mitglieder anderer Adelsfamilien, und 1332 machte sich einer dieser Bewohner der Wegelagerei schuldig, worauf die Burg belagert und schließlich nach zehn Wochen eingenommen und zerstört wurde. Der Wegelagerer wurde gefangen genommen und ertränkt, die damals dort lebenden von Winstein konnten jedoch fliehen und wurden von anderen Adelsfamilien gastlich aufgenommen.
1340 kehrte einer von ihnen, Wilhelm von Winstein, der sich inzwischen durch Heirat ein großes Vermögen erworben hatte, zurück und baute in der Nähe der Ruine von Alt-Winstein ein neues Schloß, Neu-Winstein. Auch Alt-Winstein wurd bald danach wieder aufgebaut. Daraufhin erlebten die Ostertag von Winstein noch einmal eine Blütezeit, Johann Ostertag von Winstein, der 1397 starb, hatte Neu- und Alt-Winstein in seinen Händen vereinigt. Doch auch diese Zeit war nur kurz: schon 1470 starb das Geschlecht der Edlen von Winstein im Mannesstamm aus. Johann Ostertag von Winstein scheint das einzige Mitglied der Familie zu sein, der den Beinamen Ostertag im Namen trug, der Beiname taucht bei seinem Sohn jedenfalls nicht mehr auf.

Über die von Ramstein ist uns weniger bekannt. Es gibt drei Hauptlinien: die „elsässische von Ramstein am Wasgaw“, die schweizerische und die schwäbische.
Der älteste nachgewiesene Vertreter der schwäbischen Linie ist im Jahre 1236 Sifrid von Ramstein. Diese Linie hatte ihre Stammburg in Ramstein in der Nähe von Nördlingen. Bis 1350 erscheinen die Brüder Conrad und Ludwig von Ramstein in Archiven. In einer Urkunde die Domäne Ramstein betreffend im Jahre 1379 ist aber von diesem Geschlecht nicht mehr die Rede.

39 Jahre nach dem Verschwinden dieses Geschlechts erscheint dann ganz in der Nähe, in Nördlingen, ein „Hans der Ostertage“, Stammvater der Nördlinger Ostertage, die im Siebmacher'schen Wappenbuch mit „Ostertag abgekommen in Burgerstand“ gemeint sind. Nach Siebmacher sind diese mit den von Win- und Ramstein verwandt, dies konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden. Näheres über diese Linie ist bei den bürgerlichen Linien zu finden.

Über die Familie von Osterau (mit den Wappen 5 und 6) im Siebmacher'schen Wappenbuch ist uns leider nichts bekannt.


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